'PLAYBACK ROOM'- Ein Raum für Studiomusik nach einer Idee von und in Zusammenarbeit mit Wolfgang Tillmans

16. Februar – 24. April 2016
Georg-Knorr-Saal im Lenbachhaus, München, Deutschland

Während es als ganz selbstverständlich gilt, in einem Museum Kunstwerke zu betrachten, gibt es bislang keinen vergleichbaren Ort, an dem Musik in Studioqualität gehört werden kann. Die von Wolfgang Tillmans konzipierte Projektreihe »Playback Room« möchte diesen Umstand ändern und einen Ort bieten, der speziell für die Wiedergabe von Musikaufnahmen konzipiert ist.

Das Erleben von Live-Musik findet in Konzerthallen statt. Für die Oper gibt es das Opernhaus. Nur die Studiomusik als usdifferenzierte Kunstform hat bislang keinen eigenen Rezeptionsort. Das widerspricht der Tatsache, dass viele Musiker in der finalen Aufnahme eines Songs oder eines Albums die eigentliche Essenz ihrer Arbeit sehen.

Die monatelange Arbeit im Studio hat ein Werk mit optimaler Soundqualität hervorgebracht und ganz im Gegensatz zu diesem Bemühen sind der überwiegende Teil der privaten, kommerziellen oder transportablen Abspielgeräte nicht dafür geeignet, genau dieses Ergebnis wiederzugeben. Die digitalen Kompressionsverfahren der vergangenen Jahre haben darüber hinaus zu einer zunehmenden Verbreitung der Wiedergabe in schlechter Tonqualität geführt.

Für ein optimales Klangerlebnis hat Kvadrat Soft Cells für die Ausstellung eine Reihe von Soft Cells Akustikpaneele zur Verfügung gestellt. Die geräuschabsorbierenden Qualitäten der Soft Cells reduzieren reflektierte Töne, die durch die harten Wände des Museums entstehen können. Durch die Verwendung der Akustikpaneele wird eine optimale Akustik für das Abspielen von Musik geschaffen.

Hierfür wird der Georg-Knorr-Saal im Lenbachhaus temporär zu einem Wiedergaberaum für Musik, ausgestattet mit einem High-End-HiFi-Soundsystem, welches es ermöglicht, Musik in ihrer originalen Aufnahmequalität zu hören. Bespielt wird der Raum mit zwei Playlists von Wolfgang Tillmans. »Colourbox – Music of the group (1982 – 1987)«, wurde bereits in seinem Projektraum Between Bridges in Berlin präsentiert. Die zweite Playlist hingegen wird völlig neu für das Lenbachhaus von Wolfgang Tillmans zusammengestellt und beinhaltet auch drei Stücke die Tillmans bereits 1994 in seinem »Salle Techno« im Musée d’art moderene de la ville de Paris präsentiert hat. Begleitet wird das Projekt zudem von Abendveranstaltungen und einem Symposium

Über den Künstler

Wolfgang Tillmans
geb. 1968 in Remscheid

Wolfgang Tillmans studierte von 1990–1992 am Bournemouth & Poole College of Art and Design in Bournemouth, England. 2000 wurde ihm als erstem Fotografen und nichtbritischem Künstler der Turner Prize verliehen. 

In den letzten Jahren wurden seine Arbeiten in großen Museums-Einzelausstellungen gezeigt. 2012 bis 2013 innerhalb einer umfassenden Werkschau, die durch Südamerika tourte. Die Kunsthalle Zürich (2012) und Les Rencontres d’Arles in Frankreich (2013) präsentierten Arbeiten seiner jüngsten Werkgruppe Neue Welt. 2012 zeigte das Moderna Museet in Stockholm eine Auswahl von Arbeiten der letzten 25 Jahre, die 2013 im K21, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf zu sehen war. Im letzten Jahr wurden Installationen von Wolfgang Tillmans auf der 8. Berlin Biennale, der Manifesta 10 und innerhalb von Sammlungspräsentationen in der Fondation Beyeler in Riehen und der Fondation Louis Vuitton in Paris gezeigt. Seine Videoinstallation Book for Architects, die auf der Architekturbiennale in Venedig 2014 debütierte, ist momentan im Metropolitan Museum in New York und innerhalb einer groß angelegten Einzelausstellung National Museum of Art in Osaka zu sehen. Im November 2015 wurde Wolfgang Tillmans mit dem Hasselblad Foundation International Award in Photography ausgezeichnet. 

Wolfgang Tillmans lebt und arbeitet in Berlin und London.